Sieger beim Catnic Cup Jahrgang 2005: FC Schalke 04

Auf dem Parkplatz unter dem Murrtal-Viadukt stehen die Autos dicht an dicht gedrängt, die Kennzeichen verraten es: Zu dem hochkarätig besetzten Turnier, das im Vorjahr noch in Spiegelberg ausgetragen worden war, sind Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Die Zuschauer im Etzwiesenstadion stöbern, wenn sie nicht gerade das spannende Geschehen auf dem Rasen verfolgen, in einem Turnierheft, zu dem Größen des deutschen Fußballs wie DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer Grußworte beigetragen haben. Über den Platz rennen derweil Kicker in Trikots, die man im Normalfall aus den großen deutschen Arenen oder der ARD-Sportschau kennt. Nur stecken in den Hemdchen der Schalker, Münchner, Freiburger, Hamburger und Augsburger, um nur mal die vertretenen deutschen Erstligisten zu nennen, nicht Benedikt Höwedes, Thomas Müller, Nils Petersen, René Adler oder Tobias Werner, sondern die U-10-Kicker dieser Klubs, die vielleicht irgendwann in mittlerer Zukunft zu Stars der Szene reifen werden.

Besonders gut setzen sich die jungen Schalker in Szene, die sechs von sieben Vorrundenspielen gewinnen und sich nur gegen die Erste des FC Bayern München mit einem 0:0 begnügen müssen. Beide Teams ziehen aber ins Viertelfinale und machen sich dann auf den Weg, der im Finale und im erneuten Duell enden sollte. Schalke behält in der Runde der letzten acht gegen Bayerns Zweite die Oberhand (2:0), um sich im Halbfinale gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:0 zu behaupten. Bayern München I schlägt im Viertelfinale den SC Freiburg I mit 1:0 und räumt in der Vorschlussrunde Red Bull Salzburg mit einem 2:0 aus dem Weg. Im Endspiel ist dann Schalkes 2:0-Erfolg gegen die Talente des Rekordmeisters von der Säbener Straße das verdiente Resultat. Dritter wird Nürnberg vor Salzburg, doch die Besonderheit bei dem Turnier ist, dass alle Platzierungen ausgespielt werden, bis hinunter zu Rang 32. Den belegt die TSG Backnang II, doch das ist in diesem illustren Feld alles andere als eine Schande, sondern aller Ehren wert. Auf Platz 30 landet die Erste der Roten, 29. wird der SV Allmersbach.

Beim Tälesverein fand einen Tag vor dem Haupt- ein Vorturnier statt, um den von weit her angereisten Teams Spielpraxis zu verschaffen. Es sind solche Details sowie der reibungslose Ablauf aller Spiele, die zum Beispiel den Bayern-Trainer Christian Hufnagel von einem „top organisierten Turnier mit wenig Warte- und viel Spielzeit“ sprechen lassen. „Es ist zudem ein topbesetztes Turnier und wir müssen nicht so weit fahren“, fügt der Münchner hinzu. Viel weiter hatte es der HSV um Trainer Tobias Kabel, der verrät, warum sein Team aus dem Norden in den Süden gefahren ist: „Wir suchen immer nach guten Vergleichen, das ist der Hauptgrund.“ Angetan hat es ihm allerdings auch die Unterbringung in Gastfamilien, „das sind nicht nur deutsche Familien, das finde ich gut“. So lernten seine Spieler auch gleich andere Kulturen kennen. Die Hamburger müssen sich am Ende aber mit dem siebten Platz begnügen, da hatten sich die Jungs im Vorfeld des Turniers in Backnang vielleicht doch etwas mehr ausgerechnet.