Erweiterung Etzwiesen

TSG hat in den Etzwiesen viel vor

Stadt soll einen zweiten Kunstrasen bauen, den alten austauschen und den Rasenplatz sanierenWeihnachten ist erst in einigen Wochen. Einen Wunschzettel haben die TSG-Fußballer aber schon verfasst. Der Adressat: Die Stadt Backnang. Und was soll’s in den Etzwiesen sein? Ein zusätzlicher Kunstrasen. Der Austausch des bestehenden Kunstrasens. Die Sanierung des Rasenplatzes. Und zwar in dieser Reihenfolge.

Von Steffen Grün

Um die Finanzen der Stadt ist es momentan nicht schlecht bestellt. Insofern könnte es sein, dass der Traditionsverein aus den Etzwiesen mit den Forderungen zum richtigen Zeitpunkt vorprescht. Auf ein Signal seitens der Stadträte warteten die Funktionäre, Fans und Fußballer der TSG Backnang, die am Donnerstagabend in stattlicher Zahl zur Sitzung des Kommunalparlaments gepilgert waren, aber vergeblich. Die verzichteten im Anschluss an den Vortrag von Georg Hopp, dem Vorstandssprecher des Landesligisten, auf Fragen oder sogar eine erste Diskussion. Wohl deshalb, weil Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper bereits vorher betont hatte, dass es sich lediglich um eine erste Information handele. Somit stehen vorläufig also ausschließlich die Wünsche im Raum, die Hopp geäußert, begründet und als „dringend notwendige Erweiterungsvorschläge“ bezeichnet hatte. Aus vielen Gründen dringend notwendig, versichern die Roten. Zum Beispiel, um die hohe Qualität in der Jugendarbeit weiter gewährleisten zu können. 15 Nachwuchsteams kämpfen für die TSG derzeit um Punkte – mithin also rund 370 Talente.Die würden vor allem vom Neubau des zweiten Kunstrasenplatzes profitieren, der für den Verein oberste Priorität hat. Die zeitliche Vorstellung: Spätestens 2014 sollen die Bagger rollen. Entstehen soll dieses Spielfeld mit 90 mal 60 Metern und Flutlicht im Bereich des Parkplatzes und des heutigen Eingangsbereiches. Und zwar um 90 Grad gedreht zu den vorhandenen Plätzen, anschließend an den Extra-Kabinentrakt. Die erste Idee, den bestehenden Kunstrasen zu drehen und daneben einen zweiten zu bauen, wurde wegen Erkenntnissen aus dem Hochwasser 2011 verworfen. Notwendig sei der weitere Platz unter anderem, so Hopp, weil die Trainingskapazitäten „längst nicht mehr ausreichend“ seien, das Ausweichen auf andere Standorte im Stadtgebiet die Trainingsteilnahme vieler Kinder erschwere, das Vereinsleben leide und das fehlende Spielfeld mit Flutlicht früh zum Ausweichen „in überbelegte Hallen“ führe. Um den Wunsch nach einem weiteren Platz zu untermauern, warfen die TSG-Vertreter Luftbilder an die Wand: Sie zeigten Sportanlagen mit einer größeren Zahl an Plätzen. Wie zum Beispiel in Fellbach. Aber auch in Ludwigsburg, für Hopp so etwas wie „ein Paradies für Fußballvereine“, oder in Waiblingen und Schorndorf. Und in Großerlach, wo die Sportfreunde wie die TSG zwei Plätze zur Verfügung haben.

Ist der Bau des neuen Kunstrasens – wie vom Verein erhofft – 2014 abgeschlossen, soll nach dem Willen der TSG 2015 der alte Kunstrasen ausgetauscht werden. Der wurde 1999 verlegt und ist – von einer üblichen Nutzungsdauer von 10 bis 12 Jahren ausgehend – ein betagter Zeitgenosse. 2017/2018 sieht der Plan des Klubs dann die Sanierung des Rasens vor, dessen Dränage schlecht sei, und der in der Regel fast nur für die Spiele der Ersten genutzt wird.

Am Ende würden die besseren Wiesen auf der anderen Murrseite, auf denen bislang trainiert wird, die aber im Sommer hart und im Winter sumpfig sind und damit eine erhöhte Verletzungsgefahr bedeuten, der Natur überlassen. „Die immensen Unterhaltskosten“ für diese Trainingswiesen entfielen, erklärte Hopp und rührte noch einmal die Werbetrommel für den Wunschzettel: Die Sportplätze seien danach „auf nur einer Seite der Murr konzentriert“, die städtischen Belange in Sachen Hochwasser seien „voll berücksichtigt“, die Fußgängerbrücke „mit all ihren Risiken“ werde nicht mehr benötigt.

„Wir werden uns 2013 intensiv damit befassen“, versprach Nopper den Vertretern der TSG. Nicht mehr, nicht weniger.